Methode versus Weisheit?

„Ohne eine Methode, ohne geschickte Mittel, kann Weisheit nicht überliefert werden. Eine Methode ist notwendig. Ich verstehe, dass Methoden in verschiedenen Teilen der Welt und zu unterschiedlichen Zeiten ein bisschen verändert werden müssen. Das war schon immer so. Das Problem liegt darin, dass Methoden oft mit Weisheit verwechselt wurden, und an dieser Stelle wird es gefährlich!“ (Dzongsar Khyentse Rinpoche)

Hier wird auf den Punkt gebracht, worüber wir uns beim Thema Weiterbildung kontinuierlich streiten. Methode scheint in der derzeitigen Gesellschaft entweder überschätzt oder unterschätzt zu werden. Entweder wird eine Methode als ultimatives Wissen dargestellt, oder Methode ist so verpönt, weil der Irrglaube herrscht, hiermit würde die persönliche Selbstbestimmtheit in Gefahr geraten. Dabei regiert auch meist noch der Gedanke, die eine „Methode“ sei mehr oder weniger wert als die andere. Ein Streit über wissenschaftliche Belege und ein Gerangel um Anerkennung und Wichtigkeiten entsteht, der nur eines zum Ziel hat, dass Weiterentwicklung garantiert auf der Strecke bleibt.

Methoden sind meiner Meinung nach hilfreich, insofern sie ohne Bewertung so verwendet werden, dass alle Quellen und alles Wissen, aus dem wir schöpfen, genutzt werden, um selbst Fakten in unserem Bemühen um „Wahrheit“ zu überprüfen. Eigenständig zu denken, selbst Dingen auf den Grund zu gehen und zu wählen, was einen letztlich weiter bringt – das sollten die Grundlagen unseres Bemühens sein. Jeder hat die Wahlfreiheit! Eine Aufgabe, die jeder selbst zu leisten hat, nicht die Methode!