Transformative Führung

Was, wenn Sie ein totes Pferd in Ihrem Unternehmen haben? Transformative Führung in zukunftsorientierten Unternehmen

Es scheint ein sehr erstaunliches Paradoxon in der Gestaltung von Führung bei Menschen zu geben.
Auf dem Parcours der strategischen Unternehmensführung werden bei näherer Betrachtung einige Varianten bevorzugt eingesetzt. Von „So haben wir das Pferd doch schon immer geritten“ über „Wir besorgen eine größere Peitsche“ und „Da wir feststellen, dass andere auch versuchen tote Pferde zu reiten erklären wir dies zum Normalzustand“ bis hin zu „Wir besorgen einen kompetenteren Reiter“ ist derzeit in der Unternehmenslandschaft alles zu finden.

Woher kommt dieser Variantenreichtum und was bringt er? Bringt er uns wirklich voran, oder laufen wir im Kreis?
Sind die verwendeten Strategien hilfreich und sinnvoll, um moderne und bewusst aktive Führung zu entwickeln?
Die Antwort liegt im Menschen selbst.

Eigenartigerweise ist Veränderung die schwierigste Gegebenheit, die wir akzeptieren. Obwohl wir wissen, dass sich ständig alles verändert, herrscht die Vorstellung, dass ALLES möglich ist und selbst Veränderung aufzuhalten wäre, wenn nur der Glaube daran groß genug ist. Keine Ressource bleibt ungenutzt, um mit voller Energie und Kreativität den immerwährenden Prozess der Transformation zu ignorieren.
Das Gewohnheitstier Mensch ist sehr resistent und dabei sehr kreativ.

Der Gedanke ist das Ziel! Was nicht sein soll wird nicht sein und ist auch nicht! Fehler vermeiden, Funktionieren, Leistung bringen, schnell und effektiv handeln – nur keine Zeit verlieren. Zeit ist Geld. Die schnelle Lösung zählt. So werden Weiterbildungsseminare für Reiter und Pferd besucht. Zweiflern an dem Phänomen „der Glaube versetzt Berge“ werden positive Denkweisen wie Kondome übergestülpt.
„So tot kann kein Pferd sein, daß es nicht wieder zum Leben zu erwecken ist.“
Ganz nach dem Motto „Aufgeben ist keine Option“.

Eine Task-Force arbeitet nun Tag und Nacht daran, das Bestmögliche möglich zu machen. Und endlich: Erleichterung! Tatsächlich wurde EINE Ressource in der Betrachtung des Pferdes übersehen: Die Wahrnehmung der Tatsache, dass das Pferd tot ist.
Dieser „Spezialfall“ belegt: Die Kenntnisse über die Leistungskriterien toter Pferde sind einfach zu gering. Externe Erhebungen, Beratungen und Qualitätszirkel sind dringend nötig, um einen anderen Blickwinkel auf das tote Pferd zu lenken.
Nach eingängiger Analyse steht fest: Dieses tote Pferd hat eine Totheit in sich, die noch nie einer entdeckt hat! Hat je ein anderer überhaupt schon mal so ein totes Pferd besessen? Die beste Gelegenheit allen anderen zu zeigen, wie man mit so einem außergewöhnlich toten Pferd umgeht.

„Weshalb sollten wir das tun?“, „Wozu?“, fragen vielleicht einige Bedenkenträger. Begeisterungsfähigkeit und der unabrückbare Glaube werden den Erfolg schon sichern, wird Ihnen vehement entgegen gebracht. Mit dieser sensationellen Innovation werden die ewigen „Schwarzdenker“ mundtot gemacht. „Unser totes Pferd ist schließlich etwas ganz Besonderes!“ Das lassen wir uns von niemandem nehmen!

Die Kabarettistin Luise Kinseher hat uns auf dem diesjährigen Nockerberg eben dieses Phänomen sehr anschaulich vorgeführt. Sie beschrieb anhand des aktuellen Beispiels von Horst Seehofer und Markus Söder, was Menschen alles tun, um sich der Verantwortung zu entziehen:
„Der Seehofer ist nur der alten Indianerweisheit gefolgt: Wenn Du auf einem toten Pferd sitzt, ist es Zeit abzusteigen. Spätestens nach der Landtagswahl wird der Markus Söder merken, dass Horst Seehofer ihm das tote Pferd nur in den Stall gelegt hat! Der Markus wird sagen: Wurscht! Hauptsache, es ist endlich mein totes Pferd! Joachim Herrmann wird eine Dienstanweisung zum Umgang mit toten Pferden ausarbeiten! Und Alexander Dobrindt wird eine Revolution der toten Pferde ausrufen!“

Glücklicherweise leben wir in einer Zeit, in der bereits einige Unternehmer und kluge Köpfe dieses Reiz-Reaktionsschema analysiert und durchbrochen haben. Das sind die Innovationsträger transformativer Führung von morgen. Was aber machen sie anders? Sie sind aus dem Ameisenkreislauf, in dem sich die Vorhut an die Nachhut anschließt, ausgebrochen. Dieser Ausstieg aus dem egozentrierten Denken eröffnet einen Raum voller Möglichkeiten, in dem sich Qualitäten von Entscheidern, Mitarbeitern, Kunden in einem kreativen Prozess entfalten können und wirklich Visionäres entstehen kann.

Führung einer Gesellschaft im Wandel braucht daher Menschen, die den Blick in die Vergangenheit, den Augenblick und die Zukunft einbeziehen. Menschen, die Verantwortung tragen und nicht mit Ihrem Ego-Trip vermischen.
Es braucht ein Selbst-Bewusstsein, dass das Selbst nicht als zentralen Mittelpunkt begreift.
Es braucht eine neue Form des Zuhörens, um sich mit seinen Qualitäten der großen Aufgabe zur Verfügung stellen zu können.
Es braucht eine Selbstverantwortung im Denken, Handeln und für die Möglichkeit eines kreativen Prozesses, der daraus entstehen kann.
Es braucht daher mehr als entweder nur sachliche Kompetenz oder intuitives Erfassen.
Moderne Gesellschaft braucht eine Weisheit des Führens, die auf der Basis von verbindlichen Werten flexibel mit Veränderungen wachsen und groß werden kann. Grundlegend dabei ist die Anerkennung der Tatsache, dass Transformation in jeder Sekunde, in jedem Moment stattfindet, egal, was wir für wahr-nehmen wollen oder nicht.

Transformative Führung beinhaltet sich von dem Festhalten des angedachten Ziels zu lösen, um eigene Limitierungen zu sprengen und Raum für Möglichkeiten entstehen zu lassen. Damit die Lösung NICHT zum Problem wird!
Sind Sie sicher, dass Sie kein totes Pferd in Ihrem Stall haben?

Nähere Infos über Führungscoaching

Marion Weiß, Sevi Akal

unter mail@marionweiss.net